Ein erlebnisreicher Nachmittag für Kinder auf dem Bauernhof
38 Mädchen und Jungen und ihre Begleiter zu Gast auf dem Biolandhof der Familie Ohrndorf im Heckseifen
Einen ganzen Nachmittag auf einem richtigen Bauernhof zuzubringen – von dieser Möglichkeit machten jetzt 38 Kinder aus Langenholdinghausen Gebrauch, die meisten davon in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern. Um das Leben und Wirtschaften auf einem modernen Hof „aus erster Hand“ kennenzulernen, bot der im „Heckseifen“ gelegene Biolandbetrieb der Familie Ohrndorf die besten Voraussetzungen.
In zwei Gruppen erkundeten die großen und kleinen Gäste zunächst den Hof. Wichtige Stationen des Rundganges waren die Stallungen all der „kleinen und großen Tiere“, Katzen und Kaninchen begeisterten die Mädchen und Jungen ebenso wie die jungen Kälber und die Kaltblutpferde Hektor, Lukas und Paul. Insbesondere Paul – ein „Holländisches Trekpaard“ – beeindruckte die Kinder, zum einen durch seine imposante Größe, zum anderen wegen seiner Sanftmütigkeit gegenüber seinen kleinen Besuchern. Kurt und Christine Ohrndorf sowie deren Töchter Petra und Sonja – sie bewirtschaften den Betrieb gemeinsam – wussten über die Tiere, deren Gewohnheiten und ihre Ansprüche an eine tiergerechte Haltung anschaulich zu informieren. Als Imker konnte Kurt Ohrndorf auch aus dem Leben der Arbeitsbienen berichten, von ihrem Weg von der „Putzerin“ bis zur „Honigsammlerin“ während ihres im Sommer nur sechswöchigen Lebens. Besichtigt und vorgestellt wurden auch der Hofladen, ein „Vollsortimenter“, in dem u. a. das im Garten und Feld gezogene Gemüse angeboten wird, außerdem die hofeigene Biogasanlage. Schon seit 1997 wird hier aus dem Dung der Tiere Biogas gewonnen und mittels eines Blockheizkraftwerkes Wärme und elektrischer Strom erzeugt. Und davon so viel, dass er den Bedarf des Hofes zum Großteil deckt. Nach derart umfangreicher „Wissensaufnahme“ war „Aktion“ angesagt: Mit Traktor und Wagen ging es zum Kartoffelfeld. Gespannt schauten die Kinder zu, wie der Kartoffelroder die „gelben Knollen“ ans Tageslicht beförderte. Voller Begeisterung wurden sie aufgelesen und so nach Kräften dazu beigetragen, dass in den beteiligten Familien jetzt frische, selbst geentete Kartoffeln auf den Mittagstisch kommen …! Während eine Gruppe das Feld besuchte, beschäftigte sich die jeweils andere eher „kreativ“ – nämlich mit der Gestaltung von Stofftaschen mittels „Kartoffeldruck“. Daneben bot der Hof zahlreiche Anreize sich umzuschauen oder zu betätigen, nicht zuletzt auch durch die „Trampeltrecker“ und Spielzeuge der auf dem Hof „neu heranwachsenden Generation“. An einer in der Scheune eingerichteten „Kaffeetafel“ stärkten sich Jung und Alt gemeinsam mit frisch gebackenen Waffeln und Kuchen sowie Milch und Kakao. Dabei war auch Gelegenheit, jedem der Kinder eine „Urkunde“ zu überreichen. Darin ist aufgeführt, über welche Einrichtungen und Betriebszweige sie sich informiert hatten. Zudem berechtigt sie die engagierten Mädchen und Jungen, nunmehr den Titel „Hofprofi“ zu führen. Beim Heimholen der Kühe von der Weide in den Stall konnten der Bauer und die Bäuerinnen ebenfalls auf die Mithilfe der Kinder zählen! Das Zuschauen beim Melken der Kühe im Melkstand und beim Tränken der jungen Kälber mit Hilfe des „Milchtaxis“ vermittelte den kleinen Besuchern weitere interessante Einblicke in die Arbeit in der Landwirtschaft. Da wunderte es nicht, dass einigen der jungen Gäste der Abschied vom Hof recht schwer fiel - trotz des nahezu „vierstündigen Programms“! Doch auch für die Eltern und Großeltern war der mit den Kindern verbrachte Nachmittag auf dem „Hof Heckseifen“ ein Gewinn. Das zeigte sich in zahlreichen Reaktionen gegenüber den Helferinnen und Helfern vom Arbeitskreis Dorferneuerung und Dorfgeschichte, der zu der Veranstaltung im Rahmen seiner alljährlichen „Aktion für Kinder“ eingeladen hatte. „Tier und Natur schon den Kindern nahezubringen, sie vertrauter damit zu machen, woher unsere Lebensmittel kommen und sie für ihre Umgebung zu interessieren, dazu versuchen wir unseren Beitrag zu leisten“ – so Karl-Heinz Neubauer vom Arbeitskreis. Diesem Ziel wurde die Veranstaltung ganz sicher gerecht.









