Auch alte Häuser haben eine Zukunft
Etwas Lampenfieber war schon dabei, aber sie meisterten ihre Aufgabe mit Bravour: Zwei Studentinnen und drei Studenten des Fachbereichs Architektur der Universität Siegen präsentierten jetzt ihre Ideen zur Zukunft der Häuser von Bochs und Gewelersch in der ehemaligen Schule am Fußfeld einem interessierten Publikum. Insbesondere bei einem der beiden Gebäude bestand die wohl größte Herausforderung darin, die sehr begrenzte Raumhöhe der Wohngeschosse heutigen Ansprüchen anzupassen. Die zukünftigen Architekten zeigten in ihren Entwürfen dazu praktikable Wege auf. Ihre Vorschläge reichten von der Absenkung der Fußböden im Erdgeschoß über das Anheben von Decken im Obergeschoß bis hin zur teilweisen Verbindung zweier Geschosse zu einem Raum durch das Öffnen von Decken. Bei dem Ziel, in einem verwinkelten, zunächst verbaut wirkenden Altbau lichtdurchflutete Wohnbereiche zu schaffen, bewiesen die jungen Leute ebenfalls Phantasie: Lichtbänder im Dach, begehbare Glaselemente im Deckenbereich oder hinter Holzlamellen von außen nicht direkt erkennbare Glasscheiben wurden als Lösungsansätze genannt. Bei all dem zeigten die Entwürfe Achtung vor der vorhandenen baulichen Substanz der alten Anwesen. Die äußere Form der Häuser und ihr äußeres Erscheinungsbild sollten weitestgehend erhalten bleiben. Für den Arbeitskreis Dorferneuerung und Dorfgeschichte Langenholdinghausen er hatte die Universität Siegen im Blick auf die Problematik leerstehender Anwesen um Unterstützung ersucht ist schon die von den Studenten vorgenommene bauliche Erfassung der beiden historisch bedeutsamen Häuser ein Wert an sich.
Gleichzeitig erbringen die Entwürfe den Beweis, dass es lohnt, sich mit dem Erhalt und der Modernisierung historischer Bausubstanz zu befassen und dass das Vergangene durchaus eine Zukunft hat. Dazu Eckhard Theile vom Arbeitskreis: „Angesichts des demografischen Wandels muss dem Bauen im Bestand erste Priorität eingeräumt werden – vor der Ausweisung immer neuer Baugebiete auf der grünen Wiese. Das müssen uns unsere Ortskerne wert sein.“ Seitens Prof. Claus Anderhalten und Dipl. Ing. Hartmut Schoof - sie hatten seitens der Universität Siegen das Projekt betreut - wurde angeregt, die jetzt entstandene Verbindung zwischen dem Fachbereich Architektur und dem Ort Langenholdinghausen auch zukünftig zu nutzen. Im Umgang mit historischer Bausubstanz praktische Erfahrungen zu sammeln sei für die angehenden Baufachleute von großem Nutzen.
