„Was lange währt ...“ zur Chronologie eines arbeitsintensiven Vorhabens ...Im Jahre 1683 erbaut, kann die Kapellenschule von Langenholdinghausen auf eine bewegte, nunmehr 330 Jahre währende Geschichte zurückblicken. Heute steht das am Fuße des „Alten Bergs“ gelegene, in der Nachkriegszeit zum Wohnhaus umgebaute Gebäude unter Denkmalschutz.

Fast 270 Jahre lang zierte ein Glockenstuhl als „Dachreiter“ das einstige Schul- und Gotteshaus. Nachdem bereits im Kriegsjahr 1941 die Glocke aus dem Turm entfernt und zu Kriegszwecken eingeschmolzen worden war, fiel im Sommer 1950 das mittlerweile wohl auch baufällig gewordene Glockentürmchen Axt und Säge zum Opfer.Vom Wetterhahn, der die Turmspitze bis dahin zierte, ist lediglich bekannt, dass er im Frühjahr 1932 „von einem Windstoß herabgeworfen und die Turmspitze beschädigt“ worden war. Die Turmspitze wurde repariert und vermutlich auch der aus Kupferblech gefertigte Hahn wieder auf der Turmspitze angebracht. Nach Abbruch des Turmes blieb er indes verschwunden. Erst in den 1960er Jahren entdeckte Kurt Pfennig den Hahn durch Zufall im Bett des Holzklaubaches. Wie er dort hingelangt war, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Mit einem neuen Anstrich versehen wurde der Hahn später auf dem Dach des Schuppens hinter „Schusdersch“- Haus befestigt. Jetzt – nachdem wiederum fast ein halbes Jahrhundert vergangen ist - erhält der kupferne Hahn, der viele Jahre lang vom Fuße des „Alten Berges“ auf das Dorf geschaut hatte, einen neuen, „seinem Stand gemäßen“ Sitzplatz: In unmittelbarer Nachbarschaft des Evangelischen Gemeindehauses am „Alten Berg“ errichtete der Arbeitskreis Dorferneuerung und Dorfgeschichte einen neuen Glockenturm. Dazu wurde ein eingeschossiger, nach den Seiten offener Unterbau mit einem Satteldach versehen. Auf dem Satteldach wiederum sitzt – ähnlich wie dereinst bei der Kapellenschule – der eigentliche Glockenstuhl als „Dachreiter“. Oberhalb der Windrose dreht sich in luftiger Höhe wieder der Hahn nach dem Wind – so wie schon vor langer Zeit auf der einstigen Kapellenschule. 
Am Anfang des Projektes stand eine insbesondere von unserem Mitstreiter Kurt Pfennig favorisierte Idee: Der Glockenturm der einstigen Schulkapelle sollte neu entstehen und einer - zunächst noch nicht feststehenden - Verwendung zugeführt werden. Im Sommer 2010 wurde deshalb mit der Materialbeschaffung und schon bald darauf mit den Bauarbeiten bei "Roenstatts" begonnen. Am 22. Aug. 2010 konnte das Turmgerüst mit dem als Original erhalten gebliebenen kupfernen Hahn und einer Glocke - einem Zufallsfund - während des "Backesfestes" erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Im Rahmen des am 18.und 19. September 2010 in Siegen stattfindenden NRW-Tages mit etwa 400 000 Besuchern aus nah und fern bildete das Turmgerüst mit Glocke und Hahn den idealen Blickfang für unseren stark frequentierten Stand zum Thema "Dorferneuerung - Der Heimat eine Zukunft geben". Im Jahr darauf kam das Turmgerüst ein weiteres Mal zum Einsatz - diesmal während des Ortsjubiläums von Bürbach. Gerne waren wir der Bitte der dortigen Heimatfreunde gefolgt, ihr Fest am 1. / 2. Okt. 2011 mit unserem Glockenturm zu bereichern. Danach wurde der Turm erneut demontiert und in "Schusdersch"-Scheune zwischengelagert. Der anfänglich gehegte Wunsch, den Dachreiter wieder auf das Dach der einstigen Kapellenschule zu setzen, hatte sich nach Gesprächen mit dem Besitzer des Anwesens zwar zerschlagen, aber der Gedanke an eine weitere Verwendung des Turmes, einen möglichen neuen Standort und die Gestaltung eines solchen Objektes ließ unseren Arbeitskreis nicht ruhen: Nach vielen Überlegungen und Diskussionen, Nachfragen und zahlreichen Gesprächen mit Grundeigentümern und Behörden konnten wir im am 25. März 2013 den Bauantrag für den Glockenturm bei der Stadt Siegen einreichen. Parallel hierzu waren die Bürger und Vereine vor Ort umfassend über das Vorhaben informiert worden, wobei sich keinerlei Einwendungen ergaben. 
Am 11. April begannen mit dem Fällen mehrerer Eichen am "Goldseifen" die praktischen Arbeiten zur Realisierung des Objektes. Der Bau des Turmes beschäftigte uns von April bis in den November 2013. Fast alle notwendigen Arbeiten wurden von den Mitgliedern unserer Gruppe selbst ausgeführt - von der Planung bis zum letzten Pinselstrich. Mehr als 1020 Arbeitsstunden investierten die Helfer in ihr „Turmprojekt“. Jeder trug nach seinen Möglichkeiten zum Gelingen des Vorhabens bei. Die für das Ständerwerk erforderlichen Eichen wurden vor Ort gefällt, mit dem Mobilsägewerk zu Balken geschnitten und gemeinsam verzimmert. Lediglich die Eindeckung des Daches und des Dachreiters mit Naturschiefer blieb dem erfahrenen Fachmann vorbehalten. Und mit dieser Arbeit vollbrachte der 71jährige Dachdeckermeister Willi Loos erneut ein Meisterstück. Das Ziel, ein Zeugnis traditioneller handwerklicher Baukunst und einen „Blickfang“ im Ortsbild zu schaffen, wurde durch die Arbeiten einmal mehr erreicht. Die abschließende Gestaltung und Eingrünung des Turmumfeldes erfolgt im Frühjahr 2014.
Zwar liegt der Standort des neuen Glockenturmes an der Schnittstelle zwischen der älteren, eher dörflich geprägten Bebauung und einem Neubaugebiet, durch die Nähe und den Bezug zu dem auch von der Kirchengemeinde genutzten Gemeindehaus und dem benachbarten Friedhof wird der ursprünglichen Funktion von Glocke und Turm jedoch am ehesten Rechnung getragen.

Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013
Glockenturm_4-2013

Anschrift

Arbeitskreis Dorferneuerung und Dorfgeschichte Langenholdinghausen
Holdinghauser Str. 55a
57078 Siegen

Wir benutzen Cookies
Die Kekse sind nicht ausm Backes, aber trotzdem brauchbar. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alles gebacken werden kann.