"Dem Schuhmacher, dem Schreiner, dem Stellmacher und dem Schied über die Schulter geschaut..."
Während unsere Vorfahren dem Schmied, dem Schuhmacher oder dem Schreiner noch bei der Arbeit zuschauen konnten, sind diese Möglichkeiten mittlerweile rar geworden. Dass an der Geschichte des Handwerks, an historischen und modernen Arbeitsweisen der Handwerker aber auch die Jugend interessiert ist, das zeigte sich jetzt in „Hollekusse“. Insgesamt 26 Jungen und Mädchen – teilweise in Begleitung ihrer Eltern – folgten der Einladung des Arbeitskreises Dorferneuerung und Dorfgeschichte zu einem Ausflug in die Vergangenheit und Gegenwart des dörflichen Handwerks.
Seinen Anfang nahm der abwechslungsreich gestaltete Rundgang bei „Schusdersch“ an der Olper Straße. Kurt Pfennig, der Enkel des letzten Schuhmachermeisters, hat hier in einem kleinen Fachwerkraum eine vollständige Schuhmacherwerkstatt eingerichtet. Neben dem vielseitigen Handwerkszeug wie dem Hammer, dem Ledermesser, den Raspeln, Zwick- und Kneifzangen, den Pfriemen und Ahlen, sind die Ledernähmaschine und die elektrisch betriebene „Ausputz“-Fräse zu sehen. Anhand der Ausstellungsstücke konnten die Kinder das Entstehen eines Schuhes in Handarbeit vom hölzernen Leisten bis hin zum Anbringen von Sohle und Absatz nachvollziehen. „Zur Herstellung eines passgenauen Schuhes musste der Fuß des Kunden genau vermessen werden - bis zu 20 Maße waren dazu erforderlich“ weiß Kurt Pfennig zu berichten. Bei der Herstellung eines einfachen Armbandes aus Leder konnten die Kinder eigene Erfahrungen im Umgang mit diesem Naturstoff sammeln. In der gleich nebenan gelegenen Schreinerei erklärte Schreinermeister Manfred Hinkel seinen Zuhörern wie aus einem Baumstamm zunächst ein Brett entstand und wie dann aus dem Brett schließlich ein Möbelstück wurde. Beim Anheben von Brettern verspürten die Kinder das unterschiedliches Gewicht verschiedener Holzarten, bei der Bearbeitung der Hölzer mit dem Handhobel deren unterschiedliche Eigenschaften. Die vom Schreiner dereinst benutzen Handwerkzeuge sind erhalten geblieben, aber auch die Funktion der modernen Maschinen, der Sägen, der Schleifmaschinen und Pressen wurde erläutert und vorgeführt. Direkt „greifbar“ war die Geschichte des Handwerks in Langenholdinghausen dann auch in der ehemaligen Stellmacherei der Familie Zöller. In der alten Werkstatt steht nach wie vor die „Radmaschine“, alle Werkzeuge und Schablonen zur Herstellung hölzerner Räder sind vorhanden. Anschaulich beschrieb Bernd Zöller den Weg vom Aussuchen passend gewachsener Hölzer bis zum fertigen Rad, ein Arbeitsprozess der nicht allein umfassende Kenntnisse, sondern auch viel handwerkliches Geschick erforderte. Begeistert übten sich die Kinder in der Handhabung des „Zieheisens“, eine zuvor auf Rohmaß geschnittene Speiche aus Eschenholz wurde damit in Form gebracht. Auch beim Stellmacher war es für die Kinder dann nur ein kurzer Schritt hin zur „Moderne“: Heute fertigt das Unternehmen Zöller Aufbauten für Lastkraftwagen. In enger Abstimmung mit dem Stellmacher arbeitete früher der Schmied. In „Näfs“ Schmiede im „Oberdorf“ - der vorletzten Station des Rundganges - begeisterte schon das „Interieur“, nämlich das Schmiedefeuer, der mächtige Amboss und die Esse unter der rauchgeschwärzten Decke. Hautnah konnten die Kinder miterleben, wie der Schmiedemeister Hermann Schwarz aus dem zuvor im Feuer zum Glühen gebrachten Eisen mit kräftigen Schlägen einen Nagel formte. Von der Möglichkeit selbst zum Hammer zu greifen und sich einen Nagel zu schmieden machten die Kinder ausgiebig Gebrauch. Dafür dass die „Wanderung auf den Spuren des Handwerks“ für alle Beteiligten zu einem schönen Erfolg wurde, gab es wohl gleich mehrere Gründe. Zum einen verstanden sich die beteiligten Handwerker ganz hervorragend darauf, ihre Arbeit kindgerecht zu erklären, die Kinder zu begeistern und sie in die Vorführungen einzubeziehen. Zum anderen erwiesen sich die Mädchen und Jungen als ein überaus interessiertes Publikum – auch nach fast drei Stunden ließ die Aufmerksamkeit der Teilnehmer nicht nach. Im Backhaus am „Zinnwald“- ebenfalls einem Zeugen der Handwerksgeschichte - fand die Veranstaltung bei Kuchen und Getränken einen ihr gebührenden Abschluss.In der gleich nebenan gelegenen Schreinerei erklärte Schreinermeister Manfred Hinkel
















































