„Als der Krieg das Leben bestimmte“ – Geschehnisse und Schicksale im Dorf nach 1939
Sich schlimme Zeiten vor Augen führen, sich damit befassen, was die eigenen Vorfahren im Krieg an Leid erleben mussten, auch das kann die Menschen vor Ort zusammenführen: „Als der Krieg das Leben bestimmte – Geschehnisse und Schicksale in Langenholdinghausen ab 1939“ – zu diesem Thema hatten der Arbeitskreis Dorferneuerung und Dorfgeschichte und der Verein Dorfgemeinschaftshaus Hollekusse e. V. gemeinsam eingeladen. Im vollbesetzten Saal des Gemeinschaftshauses begrüßte Max Pfennig, Vorsitzender des Vereins Dorfgemeinschaftshaus, die Gäste.

Über die sehr gute Resonanz auf die Einladung freute er sich, beweist sie doch, dass auch fast acht Jahrzehnte nach Kriegsende die damaligen Ereignisse den Menschen nicht gleichgültig sind.
In seinen Ausführungen berichtete der Ortschronist Ernst-Otto Ohrndorf vom Geschehen im Ort nach Ausbruch des Krieges, von der Einziehung der Dienstpflichtigen zur Wehrmacht, über die dadurch bedingte hohe Arbeitsbelastung der Familien beim Betrieb der Landwirtschaft bis hin zum Beschuss des Dorfes und dem Einmarsch amerikanischer Einheiten.
Berichte von Zeitzeugen, die das dramatische Geschehen selbst miterlebt hatten, wurden in den Vortrag eingeflochten. Sie machten die Ausführungen des Chronisten noch authentischer und lebendiger. Dieser hatte schon vor vielen Jahren ältere Mitbürger zu ihren Erlebnissen am Ende des Krieges befragt und deren Berichte festgehalten. Mitglieder des Arbeitskreises gaben diesen Zeitzeugen jetzt wieder eine Stimme.
Einen wesentlichen Teil des Vortrages widmete der Referent dem Leid der Kriegsopfer und ihrer Angehörigen, dem Leid ihrer Eltern, Geschwister, der Ehefrauen und der Kinder, von denen einige aufwuchsen ohne ihren Vater je gesehen zu haben. In fast jedem zweiten der damals 76 Häuser des Dorfes waren infolge des Krieges Todesopfer zu beklagen gewesen, in drei Häusern sogar jeweils zwei. Das Leid des Verlustes wurde noch dadurch verstärkt, dass die Angehörigen das Grab der Gefallenen nie besuchen konnten, dass sie in vielen Fällen noch nicht einmal wussten, was mit ihnen geschehen war. Die Orte, an denen die Angehörigen auf schreckliche Weise starben, sind heute über sieben Staaten verteilt. Neun der Kriegsopfer aus Langenholdinghausen gelten bis heute als vermisst. Die Ungewissheit, das Warten auf weitere Nachrichten, auch die nach Jahren noch gehegte Hoffnung, dass der Ehemann, Sohn oder Bruder doch noch irgendwann heimkehrt, hat viele Angehörige verzweifeln lassen.
Der mit zahlreichen Fotos hinterlegte Vortrag vermittelte ein aussagekräftiges Bild von den Auswirkungen des Krieges auf das Dorf und seine Bewohner. Anders als durch anonyme Zahlen wurden bei der Betrachtung dieses lokal begrenzten Raumes die Auswirkungen des weltweit geführten Krieges auf den Einzelnen deutlich. Von der ersten bis zur letzten Minute der immerhin anderthalbstündigen Ausführungen war dem Chronisten und seinen Mitvortragenden die ungeteilte Aufmerksamkeit sicher, die Zuhörerschaft – ob alt oder noch jünger - war vom Gehörten und Gesehenen deutlich ergriffen.
Am Ende der Veranstaltung stand das Gedenken an die Opfer der Kriege und der Gewalt, verbunden mit der eindringlichen Mahnung zum Frieden – vorgetragen von Erhard Siebel, dem Vertreter des Volksbundes im Ort. „Das war eine dem Volkstrauertag würdige Veranstaltung“- lautete das Urteil eines Teilnehmers über diesen Nachmittag. Und wäre darüber abgestimmt worden, die anderen Gäste hätten dem einhellig beigepflichtet.

Volkstrauertag 2024
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Anschrift

Arbeitskreis Dorferneuerung und Dorfgeschichte Langenholdinghausen
Holdinghauser Str. 55a
57078 Siegen

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